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TU Berlin

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Im Zentrum der Forschungsaktivitäten am Fachgebiet für Arbeits-, Ingenieur- und Organisationspsychologie steht ganz allgemein die Frage, wie die Arbeit von Menschen in komplexen technischen Systemen effizienter, sicherer und menschengerechter gestaltet werden kann. Dieser Frage wird auf verschiedenen Ebenen nachgegangen: Auf der Ebene einzelner Menschen und ihrer Leistungsvoraussetzungen, z. B. bei der gleichzeitigen Bewältigung mehrerer Aufgaben oder bei der Interaktion mit automatisierten Assistenzsystemen; auf der Ebene von Teams, die gemeinsam ein komplexes System steuern und überwachen müssen; und schließlich auf der Ebene der Organisation, die mit ihren Regeln und Strukturen Einfluss auf z. B. sicherheitskritisches Verhalten der Mitarbeiter hat. Die konkreten Forschungsschwerpunkte dabei sind:

Multitasking

Im alltäglichen Leben, aber auch gerade in komplexen Arbeitssituationen in Mensch-Maschine-Systemen spielt der Umgang mit mehreren Aufgaben gleichzeitig eine wichtige Rolle. Basierend auf Erkenntnissen aus Forschungsarbeiten zu „exekutiven Funktionen“ (z.B. Task-Switching, Psychologische Refraktärperiode) wird Multitasking häufig mit Leistungseinbußen in Verbindung gebracht (z. B. APA, 2006). Dennoch können wir einen zunehmenden Trend zum Multitasking in der realen Welt beobachten. In primär grundlagenwissenschaftlichen Untersuchungen beschäftigen wir uns mit der Frage, ob und unter welchen Bedingungen Multitasking ggf. auch zu Leistungsgewinnen führen kann. Zudem werden Einflussfaktoren untersucht, die zu einer Steigerung bzw. Verringerung der Leistung führen können, wie z. B. unterschiedliche Bearbeitungsstrategien und individuelle Handlungsstile, Aufgabenmerkmale und Trainingsmaßnahmen. Unter einer angewandten Perspektive interessieren uns Fragen der Auswirkungen von Arbeitsunterbrechungen (interruptions) sowie Fragen der Koordination verschiedener Aufgaben in alltagsnahen Situationen.

Automationspsychologie

Sowohl im Berufsleben als auch im Alltag hat die Bedeutung automatisierter (Assistenz-)Systeme immer mehr zugenommen. In vielen Bereichen werden zunehmend Funktionen automatisiert, um so den Menschen bei der Erfüllung von Aufgaben zu entlasten bzw. zu unterstützen. Dabei reicht die Bandbreite von komplexen Automationen wie dem Flight Management System in modernen Flugzeugen oder einer automatisierten Prozesssteuerung in Chemieanlagen bis zu einfacheren Assistenzsystemen, die heute bereits zum Alltag vieler Menschen gehören (z. B. das Navigationssystem im Auto). Im Forschungsschwerpunkt Automationspsychologie beschäftigen wir uns mit Fragestellungen und Problemen, die mit der Nutzung und Überwachung automatisierter Systeme durch den Menschen zusammenhängen. Dazu gehört z. B. das Entstehen von Vertrauen und Übervertrauen in Automation, die Auswirkungen von Automation auf den Erwerb und Erhalt manueller Fertigkeiten oder die Verhaltenseffektivität von Alarmsystemen. Untersuchungen dazu umfassen sowohl grundlagenorientierte Arbeiten im Rahmen von Laborexperimenten als auch Untersuchungen an konkreten Systemen.

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Luft- und Raumfahrtpsychologie

Die Entwicklung der Ingenieurpsychologie und Human Factors Forschung ist sehr stark mit den technischen Entwicklungen im Bereich der Flugführung und Flugsicherung verknüpft. Viele Fragen der Informationsdarstellung über Anzeigen oder Bildschirm, der Gestaltung von Stellteilen, der Nutzung und Überwachung von Automation oder der Auswirkungen mentaler Beanspruchung und Stress sind erstmals im diesem Kontext untersucht worden. Am Fachgebiet beschäftigen wir uns in aktuellen Projekten mit Grundlagenfragen der Informationsdarstellung im Cockpit (z. B. Künstlicher Horizont), mit innovativen Anzeigenkonzepten (energy displays) sowie der Entwicklung eines Assistenzsystems, das den Piloten beim manuellen Fliegen unterstützen und entlasten soll.

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Systemsicherheit

Der sichere Betrieb großtechnischer Anlagen setzt immer eine gemeinsame Betrachtung der handelnden Menschen, der Technik, der organisationalen Rahmenbedingungen und ggf. auch des Organisationsumfelds voraus. Dabei geht es neben Aspekten der Arbeitssicherheit vor allem um die Gewährleistung der Sicherheit der ablaufenden Prozesse. Im Schwerpunkt Systemsicherheit interessieren uns vor allem organisationspsychologische Fragen des organisationalen Lernens und des Sicherheitsklimas bzw. der Sicherheitskultur. In inzwischen abgeschlossenen Projekten haben wir uns mit Methoden der Analyse von Unfällen und Beinahunfällen als Grundlage für das Organisationale Lernen sowie mit der Entwicklung von Instrumenten zur Diagnose der Sicherheitskultur in Organisationen mit besonderem Risikopotenzial beschäftigt.

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