direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Sicherheitskultur – Entwicklung einer Analysemethodik von Sicherheitskultur in Kernkraftwerken

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer Methode zur Analyse von Sicherheitskultur. Im Mittelpunkt stehen drei methodische Aspekte: (1) Die Messung der drei Ebenen von Sicherheitskultur ausgehend von Scheins (1990) Organisationskulturmodell, (2) die Fokussierung auf gemeinsame  Merkmale der Organisationsmitglieder und (3) die Beachtung der Einzigartigkeit der jeweils zu untersuchenden Organisationen. Um diesen vielfältigen methodologischen Aspekten gerecht zu werden, wird in unserem Forschungsprojekt nicht eine eindimensionale Vorgehensweise verfolgt, sondern vielmehr ein multi-methodischer Ansatz zugrunde gelegt. Ziel dieses Ansatzes ist die Entwicklung eines "methodischen Werkzeugkastens", der einander ergänzende, qualitative wie auch quantitative Methoden bereitstellt und integriert. Ausgehend vom Organisationskulturmodell von Schein, wird der Analyseprozess auf der Ebene der Artefakte und der Ebene der Werte und Normen beginnen. Dabei werden Elemente des Sicherheitsmanagementsystems mit den Werten und Normen der Organisationsmitglieder kontrastiert. Dies ermöglicht, Inkonsistenzen zwischen Merkmalen der oberen zwei Ebenen zu identifizieren. Ausgehend davon sollen weitere Erhebungsmethoden abgeleitet und entwickelt werden, mittels derer Merkmale tieferer Ebenen (Ebene der grundlegenden Annahmen und Selbstverständlichkeiten) zugänglich werden, um schließlich die Sicherheitskultur einer Organisation ganzheitlich abbilden zu können. Unser Forschungsprojekt zur Entwicklung einer multiplen Analysemethodik wird in enger Kooperation mit einem Referenz-Kernkraftwerk in Deutschland durchgeführt. Ziel ist die Beschreibung und Spezifizierung derjenigen Faktoren, die eine nachhaltige Optimierung von Sicherheitskultur in Kernkraftwerken ermöglichen.
Ansprechpartner: Dr. Anne Klostermann, Dipl.-Psych. Ruth Wagner

Nach oben

Grundlagen verhaltenswirksamer Warnstrategien in komplexen Systemen

Promotionsprojekt im Rahmen des DFG Graduiertenkollegs prometei

Die Gestaltung effektiver Warn- und Alarmsysteme in komplexen Systemen setzt eine genaue Kenntnis der Auswirkungen auf das jeweilige Verhalten der Operateure mit diesen Warnungen und Alarmen voraus. Dabei kann der Umgang mit Alarmen als ein komplexes Entscheidungsproblem verstanden werden, das im Rahmen eines signaldetektionstheoretischen Ansatzes formalisiert werden kann. Im Rahmen eines derartigen Verständnisses werden weniger die syntaktischen und semantischen Merkmale von Warn- und Alarmsignalen betrachtet als vielmehr die Auswirkungen ihrer Validitätseigenschaften (z.B. die a posteriori Wahrscheinlichkeit, mit der bei Vorliegen/Ausbleiben eines Alarms auf das Vorliegen/die Abwesenheit von Fehlfunktionen im System geschlossen werden kann). Von zentraler Bedeutung sind dabei Auswirkungen auf das Vertrauen der Operateure in diese Systeme und die damit verbundenen Verhaltenseffekte. Neuere Forschungsarbeiten legen nahe, dabei zwei verschiedene Aspekte zu unterscheiden, die als „Reliance" und „Compliance" bezeichnet und von unterschiedlichen Systemeigenschaften beeinflusst werden (Meyer, 2001). Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts entstehen grundlagen- und anwendungsorientierte Arbeiten, die den Zusammenhang zwischen verschiedenen Validitätsaspekten von Alarm- und Warnsystemen und dem Verhalten von Operateuren im Umgang mit diesen Systemen untersuchen. Mit diesen Arbeiten sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die es erlauben, mögliche Auswirkungen von spezifischen Alarm- und Warnstrategien auf das Verhalten von Operateuren vorherzusagen und so bereits bei der Gestaltung entsprechender Systeme zu berücksichtigen.

Ansprechpartner: Torsten Günzler, Rebecca Wiczorek

Nach oben

Decision-making in groups under uncertainty

Kooperationsprojekt mit der Fondation pour une Culture de Sécurité Industrielle (FonCSI), Toulouse

Effective decision making is one of the main leadership tasks in high hazard environments. To cope with the varieties of the system and to overcome possible individual shortcomings, usually, more than one person is involved in the decision making processes (e.g. allocating financial resources for maintaining a safety relevant system). These groups are constituted on a management level and usually deal with situations where information is incomplete (missing) and/or imperfect (unreliable, erroneous data, ambiguous). One major obstacle for effective decision making is therefore seen in the handling of uncertainties (Lipshitz & Strauss, 1997). The general aim of the project is to gain insights into an understanding on how decision making groups conceptualize and internalize uncertainties and how they handle them in order to guarantee effective decision making in their everyday work activities. The present research aims to combine experimental results from classic judgment and decision theory with obtained results from field naturalistic decision making research on those situations groups have to face during decision making processes. Results should lead to an extension of current classification schemes of uncertainty (Lipshitz & Strauss, 1997) for group decision making situations, an overview on strategies used by decision makers in the field with the general goal to inform practitioners about what to do to improve the effectiveness of group decision-making processes and increase overall system safety. Cahiers de la Sécurité Industrielle, 2012-05

Ansprechpartnerinnen: Juliane Marold, Ruth Wagner

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe